Was ist Flattr und lohnt es sich?

Ich persönlich habe auch erst vor kurzem von Flattr gehört. Der Vater von Flattr ist wohl Gründer der Tauschplattform Pirate Bay, der damit ein soziales Mikro-Bezahlsystem etablieren möchte. Das Prinzip hinter Flattr ist eigentlich recht simpel. Der Website-Betreiber bindet ein kleines Flattr-Button auf den entsprechenden Artikel, die er gern vergütet haben möchte. Gefällt einem Leser nun der Artikel und ist gleichzeitig auch bereit etwas dafür zu zahlen, klickt er einfach auf den Flattr-Button am Ende des Artikels. Dafür muss der Leser natürlich auch ein Konto bei Flattr haben, auf das er jeden Monat einen bestimmten Betrag überweist. Dieser Betrag wird dann nach den Klicks aufgeteilt. Sprich wenn er 20 Euro für den Monat hat und 20 mal unterschiedliche Artikel „geflattrt“ hat, dann bekommt jeder Autor 1 Euro. Würde der Leser mit seinen 20 Euro 40 mal den Flattr-Button klicken, würde jeder Autor nur 50 Cent bekommen.

Ich denke das Prinzip ist klar, hier auch noch einmal ein Video, das das Prinzip von Flattr vorstellt:

Unter anderem nutzt schon taz.de Flattr. Interessanterweise gibt die TAZ auch Zahlen raus. So sollen nach 12 Tagen 143,55 Euro zusammengekommen sein, wie ein Blog-Beitrag informiert.

Nun kann man seinen kleinen Blog natürlich nicht mit taz.de vergleichen. Auch andere Personen, die ihre Einnahmen durch Flattr veröffentlicht haben (meist zwischen 20 und 200 Euro im Monat) betreiben auch Sites mit einem großen Publikum. Es überrascht auch nicht, dass die meisten eher aus dem IT/Web-Bereich kommen, bei anderen Themen wird es momentan wahrscheinlich noch schwerer werde.

Alles hängt an der Akzeptanz von Flattr bei den Lesern. Nun wurde in letzter Zeit viel darüber berichtet, sodass der ein oder andere wahrscheinlich auch schon einen Flattr-Account sich zugelegt haben dürfte, dennoch bin ich der Meinung, dass sich das ganze immer noch in einer Zielgruppe, sprich den „Nerds“ und „Web-Junkies“ begrenzt. Dementsprechend finde ich es zu Zeit einfach etwas schwachsinnig, wenn man lediglich den Flattr-Button auf die Seite klebt. Es sollte schon eine Erklärung dazu, wie es beispielsweise die TAZ vorbildlich macht. Neben den Button ein kleines Fragezeichen, das dann auf eine Seite verlinkt, wo Flattr schön erklärt wird. Nur so kann man auch „normale“ Besucher zu Flattr-Nutzer machen.

Da das Thema momentan stark gehypt wird, muss man wirklich abwarten, ob und wie sich Flattr weiter entwickeln wird. Wenn aber auch größere Verlage der TAZ folgen würden, hätte Flattr durchaus Potential. Mir persönlich gefällt das System sehr gut. Zwar gibt es noch Verbesserungsvorschläge, z.B. sollte man Beiträge auch mit festen Beträgen honorieren können und nicht nur mit einem Anteil, der sich aus den Klicks berechnet. Grundsätzlich aber endlich neuer Wind für die Finanzierung von qualitativen Beiträgen!

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